Sprachpanscher des Jahres 2026 gewählt

Sprache

Sprachpanscher des Jahres 2026 gewählt

Orangefarbener Hintergrund mit zwei weißen Sprechblasen, die ein Fragezeichen und ein Ausrufezeichen enthalten. Darunter steht in weißer Schrift „Sprache“.

Polizei ist Sprachpanscher des Jahres 2026

Der Verein Deutsche Sprache e. V. (VDS) hat am 28. August den Sprachpanscher des Jahres 2026 bekannt gegeben. Gewonnen hat diesen Negativ-Preis die Bundespolizei. Speed-Week, so der VDS, klinge wie eine Aufforderung zum Rasen und Drängeln. Dieser Begriff geisterte im vergangenen Jahr erstmals durch die Medien und beschrieb das, was als Blitzer-Marathon deutlich eingängiger war. Die Missachtung eines etablierten Begriffs und das Ersetzen durch einen missverständlichen Anglizismus war den Mitgliedern Vereins die Auszeichnung als Sprachpanscher 2026 wert.

Das europäische Polizeinetzwerk ROADPOL, in Deutschland durch das Land Rheinland-Pfalz (Innenministerium) vertreten, führt die Aktion in fast allen Bundesländern gebündelt durch. „Dass sich ausgerechnet die Polizei, die mit allen Bürgern unabhängig von ihren Sprachkenntnissen verständlich kommunizieren sollte, für einen englischen Begriff entscheidet, ist völlig absurd“, sagt der VDS-Vorsitzende Prof. Walter Krämer, „der ‚Blitzer-Marathon’ sorgte für Klarheit, die ‚Speed-Week’ höchstens für Kopfschütteln.“

Auf Platz 2 wählten die VDS-Mitglieder Miguel Berger, den deutschen Botschafter in Warschau. Auf seiner X‑Seite sind die Veröffentlichungen meist entweder auf Polnisch – was verständlich sei – oder auf Englisch. Offenbar liege ihm nicht viel daran zu zeigen, dass Deutsch die Landessprache des Staates ist, welchen er in Polen vertritt.

Platz 3 geht an Lars Keitel, Bürgermeister von Friedrichsdorf (Hochtaunus). Was ihn dazu trieb, die Satzung der heimischen Feuerwehr ausschließlich mit weiblichen Personalendungen zu verfassen, wird wohl sein Geheimnis bleiben, denn dies entspreche weder der Realität noch der Verständlichkeit im Sprachgebrauch.

Auf Platz 4 landete der Schokoladenhersteller Ritter Sport. Das Unternehmen benennt seine Schokoladensorten zunehmend auf Englisch und schließe damit einen Teil unserer Sprachgemeinschaft aus. Bei Crunchy Peanut und Choco’n Cookie brauche man eine Übersetzungshilfe.

Platz 5 erreichte der Telefon- und Internetanbieter Vodafone, der sich seinen Kunden per Du anbiedere: „Du zahlst bei uns erst, wenn Dein aktueller Vertrag beendet ist“. Damit missachte Vodafone, dass gerade in geschäftlichen Belangen nicht jeder geduzt werden möchte.

„Viele Unternehmen und Institutionen scheinen keine Lust mehr auf gutes Deutsch zu haben“, so Krämer, „deswegen ist es umso wichtiger, sie regelmäßig daran zu erinnern, wie wichtig eine klare Kommunikation ist, um möglichst alle Empfänger zu erreichen.“

Hintergrund der Aktion

Der Negativ-Preis „Sprachpanscher des Jahres“, ursprünglich „Sprachschuster des Jahres“, wird seit 1997 vom Verein Deutsche Sprache e. V. verliehen und zeichnet Personen oder Institutionen für besondere sprachliche Fehlleistungen aus. Der Verein kritisiert, dass oftmals Anglizismen verwendet werden, obwohl es gebräuchliche deutsche Bezeichnungen dafür gibt. Mit der sprachkritischen Aktion sollen Politik, Wirtschaft und Presse einen Denkanstoß bekommen und für die Ausdruckskraft der deutschen Sprache sensibilisiert werden.

Sprachpanscher der vergangenen Jahre

* Im ersten Jahr hieß die Aktion noch „Sprachschuster des Jahres“; Anmerkung Auf Punkt und Komma.

Sprachpanscher | VDS

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