KI-Kurs für Anfänger in Merseburg (21.05.2026)

Bits & Bytes

KI-Kurs für Anfänger in Merseburg (21.05.2026)

Petrolfarbener Schriftzug „Bits & Bytes“, inmitten lauter hellgrauer Nullen und Einsen. Eine Null und eine Eins sind in einem Himbeerton farbig hervorgehoben. Der Hintergrund ist weiß.

Am 21. Mai 2026 fand meine Premiere als Dozentin im Kurs KI-Programme kennenlernen, verstehen und im Alltag nutzen in Merseburg statt. Zwar habe ich den Kurs bereits viermal zuvor abgehalten – allerdings in abgewandelter Form und für eine Bildungseinrichtung statt wie jetzt im Auftrag der Regionalstelle Süd des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Der Kurs dauerte mit 3 statt 1,5 Stunden diesmal auch doppelt so lang wie sonst.

Die o. g. Schulung fand in den Räumlichkeiten der Paritätischen Selbsthilfekontaktstelle Saalekreis in Merseburg statt und war gut besucht. Neben den beiden Organisatoren und mir als Dozentin waren 10 Teilnehmer gekommen, um den Umgang mit einem Tablet sowie die Nutzung und Funktionsweise verschiedener KI-Programme wie ChatGPT, Google Gemini, Google Lens, Microsoft Copilot und Perplexity zu erlernen.

Eingang der Paritätischen Selbsthilfekontaktstelle Saalekreis. An der Fassade finden sich Hinweise zu den verschiedenen Kontaktmöglichkeiten wie Telefon, E-Mail und Social Media.
Ein herzliches Dankeschön an die Paritätische Selbsthilfekontaktstelle Saalekreis für die Bereitstellung der Räumlichkeiten für den KI-Anfängerkurs
Schriftzug „Sixti Haus“ an einer Hausfassade.
Auch das Sixti-Haus ist unter der Adresse Sixtistraße 16 a, 06217 Merseburg zu finden

Der Großteil der Teilnehmer arbeitete an für den Kurs zur Verfügung gestellten Tablets, auf denen die relevanten KIs bereits vorinstalliert worden waren. Einige Teilnehmer nutzten aber auch ihre eigenen Smartphones und installierten sich die Apps während des Kurses vor Ort selbst.

Die Kursteilnehmer machen sich mit den Tablets und den KI-Programmen vertraut
Die vorgestellten KI-Programme kommen auf Tablets und Handys zum Einsatz

Themenschwerpunkte waren:

  • Informationen finden
  • Wege planen
  • Briefe und Formulare verstehen
  • Eigene Texte schreiben
  • Text aus Dokumenten transkribieren
  • Anregungen für Kochrezepte finden
  • Inhalte auf Dokumenten, Fotos oder dem Bildschirm erkennen und weiterverarbeiten

Inhalte

Der Kurs war in drei Teile gegliedert: ein theoretischer Teil, ein praktischer Teil unter meiner Anleitung und eigenständige praktische Übungen.

Im theoretischen Teil erfuhren die Teilnehmer, woher die meisten namhaften KI-Programme kommen und welche mitunter großen Firmen dahinterstecken. Außerdem ging es um die Definition des Begriffs Künstliche Intelligenz sowie darum, was genau Sprach-, Welt- und Visionsmodelle sind und was diese können.

Weiter ging es mit den verschiedenen Arten von Künstlicher Intelligenz und der Frage, wo uns KI im Alltag bereits begegnet war, lange bevor es diesen Begriff gab. Solche Dinge wie Autokorrektur, Empfehlungsfunktionen (Amazon, Netflix etc.) oder Sprachassistenten (z. B. Siri, Alexa, Google Assistant) waren den meisten Teilnehmern einleuchtend oder wurden teilweise von ihnen als Beispiele genannt. Überrascht waren hingegen alle, als sie erfuhren, dass es bereits in den 1960er-Jahren einen der wichtigsten Vorläufer heutiger KI-Chatbots gab, der darüber hinaus oft sogar als das erste Dialogsystem mit sprachlichen Fähigkeiten überhaupt gilt.

Anschließend beschäftigten wir uns damit, welches KI-Programm sich am besten wofür eignet: Während manche KIs direkt auf aktuelle Web- und Kartendaten zugreifen, also bestens für das Einholen aktueller Infos geeignet sind, nutzt man andere wiederum eher, wenn es ums verständliche Erklären oder Zusammenfassen von Texten oder auch um das Anpassen von Ton und Stil geht. Praktisch kann es aber auch sein, die Kamera eines Smartphones oder Tablets mit einer Suchmaschine zu verbinden: So lassen sich die verschiedensten Dinge mit der Kamera erkennen, analysieren oder direkt weiterverarbeiten.

Bevor es an die praktischen Übungen ging, beschäftigten wir uns noch mit den Begriffen Maschinelles Lernen, Deep Learning und Algorithmen sowie den Fragen, wie intelligent Künstliche Intelligenz eigentlich ist und ob sie Vorurteile hat.

Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Es gab u. a. Kaffee, Tee, Obst, Kuchen, Muffins und Kekse

Im Praxisteil probierten die Teilnehmer die zuvor genannten KI-Programme rege aus, verglichen die Antworten verschiedener KIs miteinander und testeten, wie man Bilder oder Dateien hochladen, Bilder scannen bzw. Inhalte auf Dokumenten, Fotos oder einem Bildschirm erkennen und weiterverarbeiten kann.

Neben dem Schreibmodus widmeten wir uns auch der Spracheingabe, die die Nutzung von KI grundsätzlich bequemer, schneller und intuitiver macht, da Gedanken direkt ausgesprochen statt eingetippt werden können. Im Rahmen dieses Kurses war die Spracheingabe-Funktion von ganz besonderer Bedeutung, da auch eine blinde Frau teilnahm, was ich sehr beeindruckend fand. Ihrerseits kam die Frage auf, wie es sein könne, dass trotz moderner KI-Technologien viele Websites noch immer nicht barrierefrei seien. Es folgte ein kleiner Exkurs zum Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO), insbesondere zur Bedeutung von Alternativtexten für Bilder, sowie zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG).

Dass die Nutzung von KI per Spracheingabe auch für sehende Personen praktisch und bequem sein kann, zeigte sich im weiteren Verlauf des Kurses mehrfach. Für Erheiterung sorgte die Frage eines Teilnehmers: „Wie viel kostet Bier bei Netto?“ Die KI nannte daraufhin mehrere Märkte in der Umgebung, verschiedene Biermarken und deren aktuelle Preise. Nachdem ich zuvor erklärt hatte, dass man mit der KI einen richtigen Dialog führen und Nachfragen stellen könne, und dem Teilnehmer die von der KI genannten Biere offenbar nicht zusagten, hakte er nach: „Richtiges Bier!“ – und hatte damit die Lacher von uns anderen im Raum auf seiner Seite.

Die Schulungsbewertungen, um die ich zum Abschluss per vorbereitetem Formular gebeten hatte, wie ich es in jedem meiner Kurse am Ende tue, waren allesamt positiv. Viele Teilnehmer bedankten sich darüber hinaus auch persönlich bei mir und es wurde mehrfach der Wunsch nach einem Fortsetzungskurs geäußert, um gezielt den praktischen Umgang mit den vorgestellten KI-Programmen weiter vertiefen zu können.

Nachdem ich abschließende Worte an die Teilnehmer gerichtet hatte, überreichte mir die Einrichtungsleiterin der Paritätischen Selbsthilfekontaktstelle Saalekreis zum Dank ein paar Blumen und packte mir außerdem etwas von dem Kuchen ein, der neben Obst, Kaffee und Tee zuvor auf dem reichlich gedeckten Tisch gestanden hatte und übrig geblieben war. Mit diesen Geschenken, vielen Eindrücken und der Aussicht auf den gewünschten Fortsetzungskurs trat ich schließlich die Heimreise an.

Ein Zeichen der Wertschätzung: Als Dankeschön gab es für mich Chrysanthemen, einen Schoko-Muffin und ein Stück Apfelkuchen zum Mitnehmen

Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Organisatoren und Teilnehmern, die den Kurs überhaupt erst ermöglicht haben:

Impressionen aus Merseburg

Dekorative Innenraumgestaltung: An einem Geländer stehen Grünpflanzen in terrakottafarbenen Kübeln. Rechts im Raum befindet sich eine Treppe. Dazwischen hängt eine Wanduhr, die den Schriftzug „Selbsthilfekontaktstelle“ und darüber drei stilisierte Personen zeigt. Der Kopf der mittleren Person ist rot dargestellt und symbolisiert die 12 als Ziffer für zwölf Uhr (mittags oder nachts).
Wohlfühlatmosphäre: Die markante Wanduhr greift das kreative Logo der Paritätischen Selbsthilfekontaktstelle Saalekreis im Innenraum auf
In einem Badezimmer zu sehen sind: eine Grünpflanze, die am Boden steht, ein Papierhandtuchspender, der an der Wand hängt, und ein Wandbild. Das Wandbild zeigt einen See, einen Steg und im Hintergrund Bäume und Berge.
Auch das Badezimmer war liebevoll gestaltet
Ein Moment der Reflexion: Das Bild mit diesem wunderschönen und liebevoll illustrierten Mutmachspruch stand im Holzrahmen eines Spiegels im Badezimmer

KI | Medienkompetenz | Projekte

Über meinen Blog

Herzlich willkommen auf meinem Blog.

Hier geht es um alles, was Text- und Büchermenschen wie mich interessiert. Neben sprachlichen und kulturellen Themen sowie solchen aus der Welt der Bücher sind das unter anderem das (kreative) Schreiben, Redewendungen und ihre Herkunft, skurrile Schlagzeilen und das eine oder andere unnütze Wissen. Und da immer mal wieder Menschen wissen möchten, wie ich denn eigentlich zu meinem Beruf der Lektorin gekommen bin, werde ich hier auch hin und wieder etwas aus dem Nähkästchen plaudern, um genau solche Fragen zu beantworten.
Außerdem informiere ich über Neuigkeiten aus der Welt der Bits und Bytes, etwa wenn Google mal wieder an seinem Algorithmus schraubt und es neue Rankingfaktoren für Internetseiten gibt.

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