Am 28. Mai 2026 durfte ich im Auftrag der Regionalstelle Süd des Paritätischen Wohlfahrtsverbands wieder einen Tablet-Kurs für Anfänger geben. Die Schulung fand in den Räumlichkeiten der Paritätischen Selbsthilfekontaktstelle Anhalt-Bitterfeld im Technologie- und Gründerzentrum in Dessau-Roßlau statt.


Was ich diesmal ganz besonders toll fand: Ich wurde beworben, also mein Kurs! Kurz nachdem ich das Gebäude betreten hatte, sah ich eine Säule, an der ein Zettel mit einem Hinweis auf meinen Kurs angebracht war – das habe ich so auch noch nicht erlebt und mich daher sehr darüber gefreut. So etwas erfüllt einen schon mit Stolz.

Da die Paritätische Selbsthilfekontaktstelle Anhalt-Bitterfeld ihre Räumlichkeiten in der Kühnauer Straße 24 in Dessau-Roßlau erst Anfang Mai 2026 neu bezogen hatte, gab es zunächst eine kleine Führung durch die Büros. Alles war mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, überall gab es etwas zu entdecken und die Atmosphäre war ausgesprochen gemütlich.

An der Veranstaltung nahmen neben den Organisatoren und mir als Dozentin 4 Personen teil, die den Umgang mit einem Tablet erlernen wollten und dafür u. a. aus Bitterfeld-Wolfen und Zerbst angereist waren. Im Gegensatz zu vielen meiner anderen Kurse bisher war es diesmal eine überschaubare Runde, was das Ganze aber besonders familiär machte, die Gemütlichkeit noch einmal verstärkte und wodurch man individueller auf Fragen eingehen konnte.

Wir arbeiteten an identischen Samsung-Geräten, was es für die Teilnehmer einfacher und nachvollziehbarer machte.
Themenschwerpunkte waren:
- Tablet einschalten und ausschalten
- Symbole auf dem Bildschirm verstehen
- Bilder ansehen und vergrößern
- Videos abspielen
- Google-Konto einrichten
- Texte schreiben und löschen
- Mit Familie und Freunden chatten
- Spiele spielen
Inhalte
Zunächst waren die Teilnehmer gefragt: Wer nutzt oder hat bereits ein Tablet? Welche Vorkenntnisse sind vorhanden? Diejenigen, die bereits ein Tablet besaßen, nutzten es bislang nur selten, weil es noch viele Berührungsängste und niemanden im persönlichen Umfeld gab, der den Umgang erklären konnte oder wollte. Insgesamt klang an, dass die Angehörigen meist Ungeduld beim Erklären zeigten, weshalb alle dankbar für solche Angebote wie diesen Tablet-Anfängerkurs waren. Auch das Thema Digitalzwang wurde von den Teilnehmern angesprochen – viele fühlten sich im Alltag abgehängt: Zahlungsarten wie Kreditkarte oder PayPal werden heute meist vorausgesetzt, Behördengänge können oft nur noch online erledigt werden.
Nach dieser kurzen Kennenlernrunde schauten wir uns gemeinsam die Grundlagen an, also wie man das Tablet ein- und wieder ausschaltet. Außerdem klärten wir, wie der Standby-Modus funktioniert und wo sich die Lautstärke regulieren lässt. Danach ging es darum, wie man sicher über den Bildschirm sowie durch die verschiedenen Menüs navigiert. Auch wie man ein Bildschirmfoto erstellt, war Thema und wir besprachen, welche Bedeutung die vielen Symbole in der Benachrichtigungsleiste beziehungsweise in den Schnelleinstellungen haben und was sich grundsätzlich dahinter verbirgt.
Neben den bereits vom Smartphone vertrauten Apps lernten die Teilnehmer außerdem Widgets kennen. Auch wie man weitere Apps aus dem Play Store installiert, wieder löscht, wie man Apps in Ordnern ablegt und diese Ordner benennt, schauten wir uns an. Außerdem thematisierten wir den Umgang mit dem Browser, den Kalender und das Anlegen von Terminen.
Interessant war für viele Teilnehmer auch, dass und wie man mit dem Tablet Bilder und auch Videos aufnehmen kann. Anschließend schauten wir uns die Bilder und Videos in der Galerie an und bearbeiteten einige unserer Aufnahmen. Überrascht waren die Teilnehmer, als sie erfuhren, dass sich Videos auch am Handy zuschneiden lassen. Sie probierten mutig aus, zeigten sich sichtlich stolz auf ihre Werke und verloren immer mehr die anfänglichen Hemmungen.
Das Thema Google-Konto und 2‑Faktor-Authentifizierung rissen wir eher am Rande an und gingen zügig zu den nächsten und viel interessanteren Themenbereichen E‑Mail und Chat über. Die zuvor kennengelernten Emojis wurden hier reichlich eingesetzt und wir besprachen, wie man Nachrichten nicht nur schreiben, sondern auch bearbeiten, als Entwurf speichern, später senden oder wieder löschen kann.
Da im Vorfeld des Kurses der Wunsch aufgekommen war, ein in Excel erstelltes Kassenblatt zu besprechen, und ich gefragt worden war, ob ich dies mit meinem Fachwissen unterstützen könnte, haben wir uns auch diesem Thema gewidmet. Das Kassenblatt soll den Gruppenleitungen dabei helfen, die Verwendung der Fördermittelgelder besser zu dokumentieren. Ich erklärte die Herangehensweise sowie die bereits hinterlegten Formeln, und die Teilnehmenden merkten schnell, dass die Handhabung im Grunde ganz einfach ist.

Am Ende widmeten wir uns dem Thema Spiele, die dem Zeitvertreib dienen können und zugleich den ungezwungenen Umgang mit den Geräten fördern. Stellvertretend für die Vielzahl an Spielen demonstrierte ich den Teilnehmern das Spiel Onet Puzzle und war dermaßen in die Kursthemen und ins Erklären vertieft, dass ich fast vergessen hätte, die Schulungsbewertungen einzuholen, wie ich es üblicherweise immer zum Abschluss mache. Da ich es aber im Vorfeld angekündigt hatte, war die Organisatorin und Leiterin der Paritätischen Selbsthilfekontaktstelle Anhalt-Bitterfeld zum Glück so freundlich, mich daran zu erinnern. So konnten die Teilnehmer auch gleich noch das Scannen von QR-Codes üben: Neben dem eigentlichen Formular mit ein paar kurzen Fragen hatte ich nämlich auch einen QR-Code vorbereitet, den sie mit den Tablets scannen und so direkt zur kurzen Befragung gelangen konnten.
In der Pause, die wir zwischendurch gemacht hatten, gab es Kaffee, Wasser, Kuchen, Obst und andere Köstlichkeiten. Eine Teilnehmerin hatte die Erdbeeren, die auch wirklich gut aussahen, gelobt: Sie würden wie aus dem Garten und frisch geerntet schmecken. Als es schließlich für den einen Organisator und mich wieder zurück nach Halle (Saale) ging, beschlossen wir spontan, zu einem Erdbeerfeld zu fahren und uns dort frische Erdbeeren zu kaufen – als Belohnung für den Kurs, sozusagen. Am selben Abend habe ich die ersten davon gleich verarbeitet, genüsslich verspeist und den Tag beseelt ausklingen lassen.





Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Organisatoren und Teilnehmern, die den Kurs überhaupt erst ermöglicht haben:
- Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Landesverband Sachsen-Anhalt e. V.
- Paritätische Selbsthilfekontaktstelle Anhalt-Bitterfeld
Impressionen aus Dessau-Roßlau




