Sprachpanscher des Jahres 2023 gewählt

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Sprachpanscher des Jahres 2023 gewählt

Sprachpanscher des Jahres 2023: Bettina Stark-Watzinger

Bettina Stark-Watzinger ist Sprachpanscher des Jahres 2023

Der Verein Deutsche Sprache e. V. (VDS) hat am 27. August den Sprachpanscher des Jahres 2023 bekannt gegeben. Mit 55 Prozent der abgegebenen Stimmen gewonnen hat diesen Negativ-Preis die Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP). Kritisiert wird sie für ihren nachlässigen Umgang mit der deutschen Sprache.

Stark-Watzinger war mit ihrer Forderung nach Englisch als Behördensprache negativ aufgefallen. Ginge es nach ihr und ihrer Partei, solle in deutschen Behörden Englisch als Verwaltungssprache eingeführt werden. Das solle „ausländischen Fachkräften den Behördengang erleichtern“, so lautet die Begründung. „Das ist nicht nur ein teures und bürokratisches Projekt, vielmehr entwertet es die Stellung der deutschen Sprache“, sagt Prof. Walter Krämer, Vorsitzender des VDS, „Arbeitskräften aus dem Ausland signalisiert das doch nur: Ihr müsst gar kein Deutsch lernen, das braucht ihr nicht. So wird Integration gegen die Wand gefahren.“

Auf Platz 2 wählten die VDS-Mitglieder mit Julia Willie Hamburg eine weitere Politikerin. Die niedersächsische Kultusministerin befürwortet es, dass Lehrer während des Unterrichts eine vermeintlich „gendergerechte“ Sprache verwenden sollen. Damit verstoße sie gegen Rechtschreibregeln und mute Schülern eine Sprachform zu, die von der Bevölkerung deutlich abgelehnt wird.

Platz 3 geht an die Personalberatung Kienbaum Consults International, die die deutsche Sprache generell für überflüssig zu halten scheine, wenn sie meint, „People Sustainability“ sei „The Next Chapter for Organizations“.

Auf Platz 4 landete Prof. Dr. Martin Eberle, dessen Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) seit dem 1. Mai „Hessen Kassel Heritage – Museen, Schlösser, Parks“ heißt. „Wer Kunst sprachlich entfremdet, indem er ihr einen englischen Namen gibt, zeigt, wie wenig ihm am Interesse der Museumsbesucher gelegen ist“, so Krämer, „das ist umso peinlicher, als dass sich die Stadt Kassel mit dem sprachlichen Erbe der Brüder Grimm schmückt.“ Inzwischen wurde auch beim Hessischen Landtag eine Petition gegen die Umbenennung eingereicht.

Platz 5 erreichte die Schnellimbisskette McDonald’s, die mit Denglisch-Konstruktionen wie „Spice, wie du ihn likest“ für Kopfschütteln sorge.

Hintergrund der Aktion

Der Negativ-Preis „Sprachpanscher des Jahres“, ursprünglich „Sprachschuster des Jahres“, wird seit 1997 vom Verein Deutsche Sprache e. V. verliehen und zeichnet Personen oder Institutionen für besondere sprachliche Fehlleistungen aus. Der Verein kritisiert, dass oftmals Anglizismen verwendet werden, obwohl es gebräuchliche deutsche Bezeichnungen dafür gibt.

Sprachpanscher der vergangenen Jahre

  • 2022: Prof. Ulrike Lembke
  • 2021: Ursula von der Leyen
  • 2020: Tagesschau und heute-Nachrichten
  • 2019: Hannovers Ex-Oberbürgermeister Stefan Schostok
  • 2018: Deutscher Fußballbund
  • 2017: Evangelische Kirche Deutschlands
  • 2016: ZDF
  • 2015: Prof. Dr. Wolfgang A. Herrmann
  • 2014: Ursula von der Leyen
  • 2013: Duden
  • 2012: Andrew Jennings
  • 2011: René Obermann
  • 2010: Fritz Pleitgen
  • 2009: Deutscher Turner-Bund
  • 2008: Klaus Wowereit
  • 2007: Hartmut Mehdorn
  • 2006: Günther Oettinger
  • 2005: Prof. Dr. Herbert Beck
  • 2004: Markus Schächter
  • 2003: Dr. Gerhard Mayer-Vorfelder
  • 2002: Dr. Klaus Zumwinkel
  • 2001: Wolfgang H. Zocher
  • 2000: Prof. Dr. jur. Andreas Heldrich
  • 1999: Dr. Johannes Ludewig
  • 1998: Ron Sommer
  • 1997: Jil Sander*

* Im ersten Jahr hieß die Aktion noch „Sprachschuster des Jahres“; Anmerkung Auf Punkt und Komma.

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