Satz des Jahres 2023 gewählt

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Satz des Jahres 2023 gewählt

Satz des Jahres 2023 gewählt: „Nie wieder ist jetzt!“

„Nie wieder ist jetzt!“ ist Satz des Jahres 2023

Eine Jury bestehend aus dem Kommunikationspsychologen Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun, der Kabarettistin Turid Müller und dem Strategieberater Milon Gupta hat am 8. Januar den Satz des Jahres 2023 bekannt gegeben. Gewonnen hat mit „Nie wieder ist jetzt!“ ein Appell, der ein zentrales gesellschaftliches Thema des Jahres 2023 in Deutschland auf den Punkt bringe: den stark angestiegenen Antisemitismus und den Willen vieler Menschen, dem entgegenzutreten. Nachdem die palästinensische Terrororganisation Hamas am 7. Oktober Zivilisten in Israel pogromartig überfallen hatte und Israel einen massiven militärischen Gegenangriff auf die Hamas im Gazastreifen verübte, waren die antisemitischen Straftaten in Deutschland stark angestiegen. Immer wieder hörte und las man daraufhin in Kampagnen und Demonstrationen den Satz „Nie wieder ist jetzt!“. Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der Ausruf „Nie wieder!“ die Verhinderung eines weiteren Holocausts beschworen. Von deutschem Boden sollten nie wieder Faschismus, Judenverfolgung und Krieg ausgehen. Der ausgewählte Satz greife diesen Schwur auf und mache durch den Zusatz „ist jetzt!“ deutlich, wie aktuell und dringend notwendig der Kampf gegen Antisemitismus angesichts der gewachsenen Bedrohung von Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland geworden ist.

Weitere Platzierungen

„In diesem Land gerät etwas ins Rutschen.“
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, CDU, am 3. Juli in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe nach AfD-Erfolgen bei Kommunalwahlen zur Gefahr einer politischen Polarisierung in Deutschland.
Ein prägnanter Satz, der die dramatischen Verschiebungen in der politischen Landschaft auf den Punkt bringt.

„Jetzt ist der Punkt erreicht, wo endlich die schweigende große Mehrheit dieses Landes sich die Demokratie wieder zurückholen muss und denen in Berlin sagen: Ihr habt’s wohl den Arsch offen da oben.“
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) bei einer Demo in Erding am 10. Juni gegen das Heizungsgesetz der Bundesregierung.
Ein Beispiel für wirkungsvolle populistische Rhetorik, die in derben Worten die Unzufriedenheit vieler Wählerinnen und Wähler mit den demokratischen Institutionen wahltaktisch ausnutzt und fördert.

„Unsere alte Zukunft ist kaputt, wir brauchen dringend eine neue!“
Zukunftsforscherin Florence Gaub am 19. Dezember in der ZDF-Talkshow „Lanz“.
Dieser Satz bringt auf den Punkt, wie Deutschlands soziale und politische Zukunftsgewissheiten durch die veränderte Realität infrage gestellt worden sind.

Hintergrund der Aktion

Der Satz des Jahres wurde in diesem Jahr zum 15. Mal bekannt gegeben. Die Aktion, die es seit 2009 gibt und die von Milon Gupta ins Leben gerufen wurde, ist privat organisiert und verfolgt keine kommerziellen oder parteipolitischen Absichten. Ihr Ziel ist es, die Menschen in Deutschland für den öffentlichen Gebrauch von Sprache zu sensibilisieren und prägnante Aussagen, die repräsentativ für ein Jahr sind, vor dem Vergessen zu bewahren.

Sätze der vergangenen Jahre

  • 2022: „Wir erleben eine Zeitenwende.“ – Bundeskanzler Olaf Scholz
  • 2021: „Besiegen wir das Virus nicht weltweit, kommt es mit dem nächsten Flieger zurück.“ – Bundesentwicklungsminister Gerd Müller
  • 2020: „Hass ist keine Meinung.“ – Heinrich Bedford-Strohm, EKD-Ratsvorsitzender
  • 2019: „Bitte hört auf die Wissenschaft!“ – Klimaaktivistin Luisa Neubauer
  • 2018: „Ich lasse mich nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist.“ – Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)
  • 2017: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.“ – FDP-Vorsitzender Christian Lindner
  • 2016: „Wir haben im Moment keinen Zustand von Recht und Ordnung.“ – Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU)
  • 2015: „Wir haben so vieles geschafft – wir schaffen das!“ – Bundeskanzlerin Angela Merkel
  • 2014: „Wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie deutsch zu sprechen.“ – CSU-Leitantragsentwurf zu „Bildung – Migration – Integration“
  • 2013: „Das Internet ist für uns alle Neuland.“ – Bundeskanzlerin Angela Merkel
  • 2012: „Mir fehlte das Fingerspitzengefühl.“ – SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück
  • 2011: „Fukushima hat meine Haltung zur Kernenergie verändert.“ – Bundeskanzlerin Angela Merkel
  • 2010: „Die Zeit der Basta-Politik ist vorbei.“ – Stuttgart-21-Schlichter Heiner Geißler
  • 2009: „Das steht mir zu.“ – Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zur Dienstwagenaffäre

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