„Ragebait“ ist Jugendwort des Jahres 2026
Der Langenscheidt-Verlag in Stuttgart hat am 10. Oktober 2026 bereits zum vierten Mal vor jungem Publikum im Rahmen der Frankfurter Buchmesse das aktuelle Jugendwort bekannt gegeben. Gewonnen hat in diesem Jahr mit 36,5 Prozent der gültigen abgegebenen Stimmen Ragebait. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Peak (33,8 Prozent) und Crashout (29,7 Prozent). Seit dem Start der Kampagne mit der Einreichungsphase am 29. Mai 2026 haben sich rund eine Millionen Jugendliche an der Wahl beteiligt.
„Das knappe Ergebnis zeigt, dass alle drei Begriffe einen festen Platz im Vokabular der Generationen Z und Alpha haben“, erklärt Artur Raiser, Marketing Manager der PONS Langenscheidt GmbH. „Ragebait hatte von Beginn an die Nase leicht vorne, doch nur so leicht, dass bis zuletzt nicht eindeutig war, welches Wort als Sieger aus dem diesjährigen Voting hervorgehen würde. So blieb es auch für uns im Verlag bis zuletzt spannend.“
Mit Ragebait, zu deutsch Wut-Köder, sind Inhalte gemeint, die in sozialen Medien absichtlich Zorn oder Empörung auslösen sollen. Häufig sind dies Falschmeldungen oder abstruse Meinungen, die einen Schwall an Likes und Kommentaren provozieren und damit eine hohe Reichweite erzielen.
Einen Crashout hat, wer vollkommen die Fassung verliert.
Und wenn etwas Peak ist, dann ist es das Beste vom Besten oder eine 10 von 10.
Schnelllebige Jugendsprache
Jugendsprache ist heute schnelllebiger denn je. „Begriffe entstehen und verbreiten sich rasant über TikTok, Instagram und Co. – und verschwinden mitunter ebenso schnell, wie sie gekommen sind“, so Artur Raiser. „Manche Wörter wie beispielsweise ‚Digga‘ entwickeln sich zu Dauerbrennern und tauchen immer wieder in den Top 10 auf. Andere neue Begriffe, wie das Jugendwort 2024 ‚Aura‘ etablieren sich nach und nach generationsübergreifend.“
Wie lange die aktuellen Begriffe – von den Top 10 bis zum Siegerwort Ragebait – im Sprachgebrauch der Jugendlichen bleiben werden, wird sich bis zur nächsten Abstimmungsrunde zeigen. Die Suche nach dem Jugendwort 2027 startet am 13. Mai 2027.
Jugendliche wählen selbst
Die Wahl zum Jugendwort des Jahres fand in diesem Jahr zum 18. Mal statt. Die Beteiligung lag diesmal bei rund einer Million. Seit 2008 veröffentlicht der Langenscheidt-Verlag das Jugendwort des Jahres. Viele Begriffe sind seitdem generationsübergreifend in den Wortschatz übergegangen, beispielsweise YOLO* (2012), Babo (2013) oder cringe (2021). Ursprünglich war das Jugendwort des Jahres noch von einer Jury bestimmt worden; seit 2020 können Jugendliche ihre Vorschläge beim Langenscheidt-Verlag selbst einreichen und ihren Favoriten wählen. So soll gewährleistet werden, dass alle Wörter zum aktiven Sprachgebrauch der 11- bis 20-Jährigen gehören. Ein Gremium des Verlags PONS Langenscheidt achtet lediglich darauf, dass bestimmte Kriterien eingehalten werden. So sind unter anderem Vorschläge mit beleidigendem, rassistischem und homophobem Bezug nicht zulässig.
Jugendwörter der vergangenen Jahre
- 2025: Das crazy
- 2024: Aura
- 2023: goofy
- 2022: smash
- 2021: cringe
- 2020: lost
- 2019: –**
- 2018: Ehrenmann/Ehrenfrau
- 2017: I bims
- 2016: fly sein
- 2015: Smombie
- 2014 Läuft bei dir
- 2013: Babo
- 2012: YOLO
- 2011: Swag
- 2010: Niveaulimbo
- 2009: hartzen
- 2008: Gammelfleischparty
* Manchmal findet sich auch die Schreibweise Yolo (Anmerkung Auf Punkt und Komma).
** Im Jahr 2019 fand keine Wahl statt (Anmerkung Auf Punkt und Komma).