KI-Kurs für Anfänger in Zeitz (30.06.2026)

Bits & Bytes

KI-Kurs für Anfänger in Zeitz (30.06.2026)

Petrolfarbener Schriftzug „Bits & Bytes“, inmitten lauter hellgrauer Nullen und Einsen. Eine Null und eine Eins sind in einem Himbeerton farbig hervorgehoben. Der Hintergrund ist weiß.

Am 30. Juni 2026 durfte ich wieder einen Kurs mit dem Titel KI-Programme kennenlernen, verstehen und im Alltag nutzen geben. Die Schulung fand im Auftrag der Regionalstelle Süd des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in den Räumlichkeiten der Selbsthilfekontaktstelle Burgenlandkreis in Zeitz statt und war mit elf Teilnehmern sehr gut besucht. Alle waren sie gekommen, um den Umgang mit einem Tablet sowie die Nutzung und Funktionsweise verschiedener KI-Programme wie ChatGPT, Google Gemini, Google Lens, Microsoft Copilot und Perplexity zu erlernen. Ursprünglich war zu Beginn des Kurses noch ein Teilnehmer mehr anwesend, er kam allerdings bereits kurz darauf zu mir und entschuldigte sich: Er müsse aus gesundheitlichen Gründen gehen.

Kursinhalte: Diese KI-Themen wurden behandelt

Die meisten der Teilnehmer arbeiteten an für den Kurs zur Verfügung gestellten Tablets, auf denen die relevanten KIs bereits vorinstalliert worden waren.

Themenschwerpunkte waren:

  • Informationen finden
  • Wege planen
  • Briefe und Formulare verstehen
  • Eigene Texte schreiben
  • Sprachen lernen
  • Text aus Dokumenten transkribieren
  • Anregungen für Kochrezepte finden
  • Inhalte auf Dokumenten, Fotos oder dem Bildschirm erkennen und weiterverarbeiten

Der Kurs hatte zum Ziel, den Teilnehmern die Angst vor der modernen Technik zu nehmen, und war in drei Teile gegliedert: ein theoretischer Teil, ein praktischer Teil unter meiner Anleitung und eigenständige praktische Übungen.

Theorie: KI-Grundlagen

Im theoretischen Teil erfuhren die Teilnehmer, woher die meisten namhaften KI-Programme kommen und welche mitunter großen Firmen dahinterstecken. Außerdem ging es um die Definition des Begriffs Künstliche Intelligenz sowie darum, was genau Sprach-, Welt- und Visionsmodelle sind und was diese können.

Die Teilnehmer arbeiteten an zur Verfügung gestellten Samsung-Tablets

Weiter ging es mit den verschiedenen Arten von Künstlicher Intelligenz und der Frage, wo uns KI im Alltag bereits begegnet war, lange bevor es diesen Begriff gab. Solche Dinge wie Autokorrektur und Wortvorschläge, Fahrassistenzsysteme im Auto (z. B. Einparkhilfe, Spurhalteassistent) oder Sprachassistenten (z. B. Siri, Alexa, Google Assistant) waren den meisten Teilnehmern einleuchtend oder wurden teilweise von ihnen als Beispiele genannt.

Anschließend beschäftigten wir uns damit, welches KI-Programm sich am besten wofür eignet: Während manche KIs direkt auf aktuelle Web- und Kartendaten zugreifen, also bestens für das Einholen aktueller Infos geeignet sind, nutzt man andere wiederum eher, wenn es ums verständliche Erklären oder Zusammenfassen von Texten oder auch um das Anpassen von Ton und Stil geht. Praktisch kann es aber auch sein, die Kamera eines Smartphones oder Tablets mit einer Suchmaschine zu verbinden: So lassen sich die verschiedensten Dinge mit der Kamera erkennen, analysieren oder direkt weiterverarbeiten.

Bevor es an die praktischen Übungen ging, beschäftigten wir uns noch mit den Begriffen Maschinelles Lernen, Deep Learning und Algorithmen sowie den Fragen, wie intelligent Künstliche Intelligenz eigentlich ist und ob sie Vorurteile hat.

Praxis: Erste Erfahrungen mit KI-Tools

Im Praxisteil probierten die Teilnehmer die zuvor genannten KI-Programme rege aus, verglichen die Antworten verschiedener KIs miteinander und testeten, wie man Bilder oder Dateien hochladen, Bilder scannen bzw. Inhalte auf Dokumenten, Fotos oder einem Bildschirm erkennen und weiterverarbeiten kann.

Da mich der kleine Plüschhase, den mir der Organisator der Regionalstelle Süd des Paritätischen Wohlfahrtsverbands ein Jahr zuvor geschenkt hatte, seitdem bei all meinen Tablet- und KI-Kursen begleitet und bei den Teilnehmern immer gut ankommt, war er auch diesmal schnell wieder Gesprächsthema und wurde später sogar zu Trainingszwecken eingesetzt: Einige Damen vermuteten zunächst, er wäre mein Glücksbringer, was man schon auch so deuten kann. Ich klärte sie dann aber auf, was es in Wahrheit mit dem kleinen plüschigen Kuscheltier auf sich hat, nämlich dass es der Reinigung des Tablet-Displays diene, aber auch auf anderen glatten Oberflächen wie Handy-Bildschirmen angewandt werden könne. Eine Teilnehmerin machte gleich ein Foto und recherchierte, wo man den Displayreiniger kaufen könne. Natürlich kam hierbei die KI zu Hilfe.

Neben dem Schreibmodus widmeten wir uns auch der Spracheingabe, die die Nutzung von KI grundsätzlich bequemer, schneller und intuitiver macht, da Gedanken direkt ausgesprochen statt eingetippt werden können.

Kreative Ergebnisse aus dem KI-Kurs

Apropos ausgesprochen: Ausgesprochen beeindruckt haben mich auch diesmal wieder die überaus kreativen Ideen und Ergebnisse der eigenständigen praktischen Übungen der Teilnehmer. Während einige noch dabei waren, sich mit den Tablets und KI-Programmen vertraut zu machen und sich an meinen vorbereiteten Übungen zu versuchen, probierten sich andere bereits mutig aus: Eine Teilnehmerin entwarf eine Einladungskarte und auch die anderen zeigten sich kreativ. Eine Teilnehmerin erwähnte ihre Schwester, die immer so schön Fotos umgestalte, und dass sie das selbst auch können wolle. Also suchte sie sich eines ihrer privaten Fotos heraus und ließ sich dieses mithilfe eines passenden Prompts (laut Duden eine „[meist natürlichsprachliche] Eingabe […], die als Aufgabenbeschreibung für generative Modelle künstlicher Intelligenz zur Erzeugung von Texten oder Bildern dient“) von der KI in eine Grußkarte aus Kroatien umgestalten. Der Prompt lautete: Erstelle mir aus dem Bild eine Grußkarte aus Kroatien. Als KI wurde in diesem Fall Copilot verwendet. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen und beeindruckte auch alle anderen Teilnehmer, die das Vorher-nachher-Bild bestaunten:

Porträt einer Kursteilnehmerin (Original-Foto)
KI-generiertes Bild auf Grundlage des Original-Fotos

Positive Rückmeldungen

Zum Schluss bat ich die Teilnehmer wie am Ende eines jeden Kurses um ihre Schulungsbewertungen, da mich wie immer interessierte, wie es ihnen gefallen hat und was ich künftig möglicherweise noch verbessern könnte. Dafür hatte ich im Vorfeld einen QR-Code erstellt, den sich nun jeder mit dem Tablet scannte und der zu einem von mir erstellten Formular mit einem kurzen Fragebogen führte. Das Scannen des QR-Codes war für einige Teilnehmer eine ebenfalls neue Erfahrung, konnte aber bei dieser Gelegenheit gleich geübt werden.

Eine Teilnehmerin meinte während des Ausfüllens des Fragebogens: „Da fehlt eine Antwort.“, was mich verwirrte, denn es hatten alle Antwortmöglichkeiten dagestanden: zufrieden, teilweise, unzufrieden. Also ging ich zu ihr, um mich zu vergewissern, dass alles stimmte. Sie zeigte bei einer der Fragen auf die Antwortmöglichkeiten und meinte dann zu mir: „Da fehlt sehr zufrieden.“

Über all die positiven Rückmeldungen habe ich mich sehr gefreut! Was ebenfalls eine Premiere war und mich besonders stolz gemacht hat: Zum Schluss haben alle Teilnehmer auf die Tische geklopft – so, wie ich es aus der Universität kenne, wenn man einem Dozenten oder einem Professor Anerkennung zollt. Statt zu applaudieren klopft man dort traditionell auf die Tische. Dass nun mir diese Anerkennung zuteilwurde, erfüllt mich mit Stolz und großer Dankbarkeit.

Fazit und Danksagung

Wenn ich zurückdenke, wie aufgeregt ich bei meinem ersten Kurs war, dann ist es umso erstaunlicher, dass ich diesmal völlig entspannt war. Da ich mich gut vorbereitet hatte und die Teilnehmer solcher Kurse außerdem immer so unglaublich dankbar sind, gab und gibt es aber auch überhaupt keinen Grund für Nervosität.

Aufgrund der vielen Teilnehmer war es diesmal mitunter sehr laut geworden – so laut tatsächlich, dass ich mehrmals den Stift meines Tablets nahm und an mein Wasserglas schlug, weil es mir anders nicht gelang, für Ruhe im Raum zu sorgen. Der Organisator der Selbsthilfekontaktstelle Burgenlandkreis entschuldigte sich später: Es wären mehr Leute gekommen, als eigentlich angemeldet waren. Der Qualität des Kurses tat dies allerdings keinen Abbruch: Es war wieder sehr interessant und lehrreich – sowohl für die Teilnehmer als auch für mich.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Organisatoren und Teilnehmern, die den Kurs überhaupt erst ermöglicht haben:

Mein besonderer Dank gilt den Teilnehmern, deren Neugier, Interesse und aktive Beteiligung wesentlich zum Erfolg des Kurses beigetragen haben.

Impressionen aus Zeitz

Eine kleine grüne Parkanlage in Zeitz mit Holzbänken, die rund um einen kleinen Teich zwischen Bäumen stehen.
Kleine Parkanlage: Normalerweise gibt es dort wohl noch eine Fontäne, die vermutlich aus Kostengründen gerade nicht in Betrieb war – trotzdem schön
Bevor es losging, wurden die Arbeitsplätze vorbereitet: Von der Parität gab es Schreibblöcke, Kugelschreiber und jeweils eine kleine Dose Pfefferminz-Dragees
Wieder zu Hause angekommen, musste ich am späten Nachmittag erst einmal etwas essen, denn ich hatte bis dahin nur ein schnelles Frühstück
Ein schönes Ritual ist es für mich inzwischen geworden, nach Hause zu kommen und die Schulungsbewertungen zu lesen

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Über meinen Blog

Herzlich willkommen auf meinem Blog.

Hier geht es um alles, was Text- und Büchermenschen wie mich interessiert. Neben sprachlichen und kulturellen Themen sowie solchen aus der Welt der Bücher sind das unter anderem das (kreative) Schreiben, Redewendungen und ihre Herkunft, skurrile Schlagzeilen und das eine oder andere unnütze Wissen. Und da immer mal wieder Menschen wissen möchten, wie ich denn eigentlich zu meinem Beruf der Lektorin gekommen bin, werde ich hier auch hin und wieder etwas aus dem Nähkästchen plaudern, um genau solche Fragen zu beantworten.
Außerdem informiere ich über Neuigkeiten aus der Welt der Bits und Bytes, etwa wenn Google mal wieder an seinem Algorithmus schraubt und es neue Rankingfaktoren für Internetseiten gibt.

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