Am Sonntag war es mal wieder so weit: Ich habe die Leipziger Buchmesse 2026 besucht. Da mir der Besuch vor dem Wochenende terminlich leider nicht möglich und die Tickets für Samstag darüber hinaus bereits restlos ausverkauft waren, ist es diesmal wie bereits im vergangenen Jahr wieder der letzte Messetag geworden – 2025 hatte ich den Sonntag ganz bewusst gewählt, in diesem Jahr hingegen war es unfreiwillig. Da ich mich seit Samstag gesundheitlich etwas angeschlagen fühlte, hatte ich zunächst überlegt, ob ich überhaupt fahren sollte. Hätte ich das Ticket nicht bereits am Donnerstag gekauft gehabt, wäre ich vermutlich nicht gefahren, so bin ich es nun aber doch. Der Tag inklusive aller Wege war einerseits ziemlich beschwerlich – wie alles, wenn man sich nicht ganz fit fühlt – und ich brauchte immer mal Pausen zwischendurch, aber am Ende bin ich doch mit insgesamt positiven Eindrücken, ein paar gekauften Dingen und einigen Werbegeschenken im Gepäck wieder zurück nach Halle gefahren und war letztlich sogar länger als letztes Jahr geblieben, obwohl ich dies ursprünglich eigentlich gar nicht vorhatte.
Ein Fest für Literatur-Liebhaber
Vom 19. bis 22. März 2026 öffnete die Leipziger Buchmesse ihre Tore. Wie jedes Jahr hatte ich mich bereits Wochen im Voraus akribisch auf meinen Messebesuch vorbereitet, indem ich wieder das Ausstellerverzeichnis durcharbeitete und meinen Ausflug plante: Welche Verlage, Firmen und Personen möchte ich besuchen? In welchen Hallen befinden sich deren Stände? Wie plane ich meine Tour am effizientesten, um nicht unnötig hin- und herlaufen zu müssen? In den vergangenen Jahren hatte ich die Messe vordergründig zum Netzwerken genutzt, also um potenzielle Geschäftspartner anzusprechen und kennenzulernen. Zu vielen Verlagen pflege ich inzwischen bereits gute Kontakte, sodass es da aus Akquise-Sicht für mich kaum mehr Potenzial gab und gibt – zumal ich meinen Fokus inzwischen etwas verlagert habe: Ging es mir früher hauptsächlich um Lektoratsaufträge, die zu ergattern ich mir erhoffte, ist das inzwischen eher ein Selbstläufer geworden, wofür ich sehr dankbar bin. Viel lieber hätte ich beispielsweise bestimmte Fachverlage bzgl. anderweitiger Kooperationen angesprochen. Von denen war allerdings leider niemand vor Ort. Somit war ich in diesem Jahr zwar einerseits wieder mit großer Hoffnung nach Leipzig gefahren, dass sich das eine oder andere Gespräch und vielleicht ja doch auch der eine oder andere Auftrag ergeben würde, wollte mich aber bewusst auch wieder einfach nur treiben lassen und privat stöbern. Am Ende ist es wie jedes Jahr eine bunte Mischung aus beidem geworden.
Unter dem Motto Wo Geschichten uns verbinden. brachte die Leipziger Buchmesse 2026 auf den Punkt, was sie laut eigener Aussage ausmache – und was sie in Zukunft noch sichtbarer machen wolle: Auf der Leipziger Buchmesse treffen Menschen aufeinander, die unterschiedliche Perspektiven und Lebenswelten mitbringen. Es seien die Geschichten, die sie miteinander teilen und erleben, die Brücken schlagen – über Unterschiede hinweg, jenseits von Filterblasen. Die Messe sei ein Raum, in dem aus Vielfalt Verbindung entstehe. Mit über 313 000 Besuchern und 2044 Ausstellern aus 54 Ländern habe die Leipziger Buchmesse einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass auch die immer weiter fortschreitende Digitalisierung der Liebe zur Literatur und zum gedruckten Buch keinen Abbruch tut.
„Ob Belletristik oder Sachbücher, gezeichnete oder gesprochene Bücher – dass die Leipziger Buchmesse mit ihrem Angebot noch mehr Menschen als je zuvor anzieht, macht uns wirklich stolz. Sie ist ein unverzichtbarer Treffpunkt für alle, die Bücher lieben“, so Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe.
In der weiter gewachsenen Audiowelt trafen sich Fans von Hörbüchern, Hörspielen, Podcasts und Streaming-Angeboten und konnten sich von Bestseller-Autoren unterhalten lassen, Live-Podcasts genießen und neue Hörbücher in der Audio-Lounge testen.
Erstmals kein Gastland
Im vergangenen Jahr stellte das Gastland Norwegen unter dem Motto Traum im Frühling fast 50 Autoren vor und bot ein umfassendes Programm. Dieses Jahr verzichtete die Leipziger Buchmesse erstmals auf ein klassisches Gastland und fokussierte sich stattdessen auf den Donauraum als Schwerpunkt (Donau – Unter Strom und zwischen Welten). Über 50 Autoren und 87 Veranstaltungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, davon 33 auf der Donau-Bühne, vermittelten, was literarisch, historisch und gesellschaftspolitisch links und rechts von der Donau geschieht. Außerdem wurde die Ambivalenz des Flusses, sowohl verbindendes als auch trennendes Element zu sein, für die Besucher bei den Lesungen, Gesprächen und Präsentationen eindrücklich erlebbar gemacht.
Die nächste Leipziger Buchmesse wird vom 18. bis 21. März 2027 stattfinden.
Hier geht’s zu meinem Erlebnisbericht der Leipziger Buchmesse 2025.
Impressionen von der Leipziger Buchmesse 2026







